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Dynamic NAT und Nicht-RFC-1918-Adressen

Im Rahmen meiner heutigen WatchGuard-Schulung kam auch das Thema “Dynamic NAT” zur Sprache. Insofern kurzer Hinweis auf folgende Besonderheit: Per Default geht der WatchGuard Policy Manager davon aus, dass Sie in Ihren LOKALEN Netzwerken (Trusted oder Optional) entweder RFC-konforme Private IP-Adressen nach RFC 1918 verwenden – also ein beliebiges Subnet innerhalb der Bereiche 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12 oder 192.168.0.0/16 – oder korrekt geroutete öffentliche IP-Adressen! Nur dann funktioniert der “Internet-Zugriff” auf Anhieb!
Verwenden Sie jedoch – meist aus “historischen Gründen” – in Ihrem lokalen Netzwerk “verbogene” öffentliche IP-Adressen (also zum Beispiel: 192.1.1.0/24) – müssen Sie folgende Einstellung im Policy Manager bearbeiten, damit die reguläre Internet-Nutzung überhaupt erst möglich wird: Network > NAT.

Fügen Sie dort Ihren “verbogenen” lokalen IP-Bereich hinzu:

Technischer Hintergrund: Nur wenn die Quell-IP-Adresse in den Headern von ausgehenden IP-Paketen in den hier definierten Bereichen liegt, wendet die WatchGuard Firebox beim Durchfluss der Datenpakete Richtung Internet auch die erforderlichen NAT-Regeln an, ersetzt also die eigentliche Quell-IP-Adresse (des Client-PC) durch die korrekte öffentliche IP-Adresse der Firewall. Nur dann können die Daten aus dem Internet auch den korrekten Weg zu unserem lokalen Netzwerk zurück finden! – OHNE die NAT-Regel würde der angesprochene Server im Internet unsere Anfrage zwar erhalten – und sogar darauf antworten (!) – allerdings würden die Router im Internet die Antwort wegen ihrer Routing Tables sonstwohin schicken (Südamerika, Australien, Timbuktu…) – nur nicht zu uns, da die Router gar nicht wissen KÖNNEN, dass “wir” diese IP-Adressen “illegalerweise” in unserem lokalen Netzwerk in Hintertupfingen verwenden… 🙂
Fazit: o.g. NAT-Regel anpassen – oder dafür sorgen, dass in Ihrem lokalen Netzwerk endlich KORREKTE private IP-Adressen nach RFC 1918 verwendet werden…

XML-Konfigurationsdatei auf anderes Modell portieren

Nach etwas Urlaub nun wieder etwas Arbeit… 🙂 Eine urspünglich für ein bestimmtes Modell erstellte XML-Konfigurationsdatei kann auch für alle anderen X Core und X Peak Modelle mit Fireware angepasst und verwendet werden. Hierzu wird die Datei mit dem Policy Manager geöffnet und bei Setup > System > Firebox Model wird das neue Modell ausgewählt. Ändert sich dadurch die Anzahl der an der Hardware vorhandenen Netzwerk-Interfaces, erscheint eine Warnmeldung:

Nach dem Klick auf Ja kommt folgende Bestätigung und die Konfiguration kann dann entsprechend weiter angepasst werden:

Ein kleines Problem tritt auf, wenn die Modellnummer des neuen Geräts NIEDRIGER ist als die in der Konfigurationsdatei (X550e ist zum Beispiel niedriger als X700, X5000 ist niedriger als X5500e)! Dann verweigert der Policy Manager nämlich zunächst den Modellwechsel (“The model number must not be lower than the base model:Xxxx”):

Der Trick besteht nun darin, vorher die XML-Konfigurationsdatei mit einem Texteditor zu öffnen (der Default Pfad zu den Konfig-Dateien ist Eigene DateienMy WatchGuardconfigs). Relativ weit oben in der XML-Datei (etwa um die achte Zeile herum) befindet sich der Tag

< base-model > X5500e < / base-model > .

Diese Zeile muss komplett GELÖSCHT werden. Anschließend die XML-Datei speichern und mit dem Policy Manager öffnen. Dann sollte die Modelländerung problemlos vonstatten gehen… Eine Modelländerung ist ja auch immer mit einem Wechsel der Hardware/Seriennummer verbunden. Natürlich muss daher auch immer der Feature Key ausgetauscht werden: Setup > Feature Keys. Alten Feature Key removen, neuen Feature Key importieren.