Wichtiger Sicherheitshinweis: CVE-2026-103594, weitere CVEs sowie Update-Empfehlung
Mit dem neuen Fireware Release v2026.4 / v12.12.4 schließt WatchGuard etliche sicherheitsrelevante Schwachstellen, die alle Firebox-Modelle mit Fireware v12.x, v2025.1 bis einschließlich v2026.3 betreffen: Dazu gehören Schwachstellen in der Authentifizierung, im SIP-Proxy, im Access Portal sowie in der FireCluster-Synchronisierung. Einige der CVEs bewertet WatchGuard als kritisch, mit CVSS-Werten zwischen 9,1 bis 9,5.
Unsere Empfehlung: Aktualisieren Sie Ihre WatchGuard-Appliances zeitnah auf die aktuelle Fireware-Version, um das Risiko eines Angriffs oder Systemausfalls zu reduzieren. Prüfen Sie dabei auch den eingesetzten Mobile VPN with SSL Client für Windows: Hier ist ein separates Client-Update erforderlich.
Weitere Informationen finden Sie im Blog-Artikel >> Fireware v2026.4 / v12.12.4 jetzt verfügbar oder unter https://psirt.watchguard.com.
Welche Sicherheitslücken werden geschlossen?
Die folgende Übersicht verwendet die CVSS-v4.0-Bewertungen von WatchGuard PSIRT. Die konkrete Betroffenheit hängt von der installierten Fireware-Version, den aktivierten Funktionen und den Zugriffsmöglichkeiten eines Angreifers ab. Besonders sorgfältig sollten Administratoren Installationen mit SIP-Proxy, Access Portal, FireCluster, AD-Authentifizierung oder FireCloud-Gateway-Funktion prüfen.
| CVE | CVSS / Schweregrad | Beschreibung und Angriffsvoraussetzungen |
|---|---|---|
| CVE-2026-103594 | 9,5 – Kritisch | Pufferüberlauf bei der Verarbeitung von WireGuard-Konfigurationen mit möglicher Codeausführung. Betroffen sind Fireboxes als FireCloud Gateway; ein Angreifer muss die TLS-Kommunikation zwischen Firebox und WatchGuard Cloud entschlüsselt abfangen und manipulieren können. |
| CVE-2026-112709, CVE-2026-112710 | Jeweils 9,2 – Kritisch | Heap-Pufferüberläufe in der Active-Directory-Authentifizierung mit möglicher Codeausführung. Voraussetzung ist die Kontrolle oder Manipulation der Kommunikation mit dem konfigurierten AD-Server. |
| CVE-2026-93857 | 9,2 – Kritisch | Pufferüberlauf im SIP-Proxy, der entfernten Angreifern ohne vorherige Anmeldung die Ausführung von Code ermöglicht. Voraussetzung ist eine Firewall-Regel mit SIP-Proxy. |
| CVE-2026-93865 | 9,2 – Kritisch | Fehlende Authentifizierung im FireCluster-Synchronisierungsdienst. Angreifer mit Zugriff auf die FireCluster-Management-IP können ohne Anmeldung privilegierte Systemaktionen auslösen. |
| CVE-2026-93866 | 9,2 – Kritisch | Integer-Überlauf in der WebSocket-Verarbeitung des Access Portals. Bei aktiviertem Access Portal können entfernte Angreifer ohne Anmeldung außerhalb eines vorgesehenen Speicherbereichs schreiben. |
| CVE-2026-103593 | 9,1 – Kritisch | Pufferüberlauf im Logging-Dienst mit Codeausführung als Root. Betroffen sind Installationen im FIPS-Modus mit externem Logserver, wenn ein Angreifer dessen Kommunikation abfangen oder den Server imitieren kann. |
| CVE-2026-90465 | 8,7 – Hoch | Fehlende Authentifizierung bei der FireCluster-Synchronisierung. Ein Angreifer auf der Cluster-Verbindung kann privilegierte Verwaltungsaktionen als Root auslösen. |
| CVE-2026-93434 | 8,7 – Hoch | XPath-Injection in der SSH-Authentifizierung. Angreifer mit Netzwerkzugriff auf die SSH-Verwaltungsschnittstelle können ohne Anmeldung vertrauliche Konfigurationsdaten auslesen. |
| CVE-2026-111107 | 8,7 – Hoch | Nicht authentifizierte Angreifer mit Zugriff auf die Management-Schnittstelle können den Verwaltungsdienst zum Absturz bringen. Die Verarbeitung des Netzwerkverkehrs bleibt laut WatchGuard unbeeinträchtigt. |
| CVE-2026-90442 | 8,6 – Hoch | Pufferüberlauf im Zertifikatsdienst certd. Authentifizierte Angreifer mit Management-Zugriff können einen Absturz und möglicherweise Codeausführung verursachen. |
| CVE-2026-90464 | 7,2 – Hoch | Dateimanipulation und Änderungen an Kernel-Parametern mit Root-Rechten über die Management-CLI. Mindestens Device-Monitor-Rechte sind erforderlich; die geschriebenen Inhalte sind auf numerische Werte begrenzt. |
| CVE-2026-93862 | 7,2 – Hoch | Fehlerhafter Speicherzugriff bei der FireCluster-Synchronisierung. Angreifer auf der Cluster-Verbindung können wiederholte Abstürze des Synchronisierungsprozesses verursachen. |
| CVE-2026-93864 | 7,1 – Hoch | Fehler bei der Verarbeitung von Dateiverknüpfungen im Firewall-Dienst. Lokale Angreifer, die bereits Code mit eingeschränkten Rechten ausführen können, können Dateien mit Root-Rechten überschreiben. |
| CVE-2026-113881 | 6,1 – Mittel | Pufferüberlauf bei Mobile VPN Network Access Enforcement. Authentifizierte VPN-Benutzer können bei aktivierter Funktion einen Absturz und möglicherweise Codeausführung mit eingeschränkten Rechten auslösen. |
| CVE-2026-104381 | 6,0 – Mittel | Fehlende Authentifizierung bei der FireCluster-Zustandssynchronisierung. Angreifer im Synchronisierungsnetz können bei vorhandenen BOVPN-Tunneln deren vorzeitige Beendigung erzwingen. |
| CVE-2026-82332 | 5,6 – Mittel | Fehler in der AuthPoint-MFA-Verarbeitung von Fireware OS. Ein lokaler Angreifer auf der Appliance kann eine laufende MFA-Sitzung übernehmen, wenn der betroffene Benutzer eine entsprechend ausgelöste Push-Anfrage bestätigt. |
Zusätzlich: Windows-SSL-VPN-Client aktualisieren
WatchGuard hat außerdem CVE-2026-115495 veröffentlicht. Die mit CVSS 5,7 – Mittel bewertete Schwachstelle betrifft den Mobile VPN with SSL Client für Windows ab Version 12.0 bis vor Version 2026.4.
Ein lokaler Angreifer, der den Loopback-Verkehr mitschneiden kann, kann dabei VPN-Benutzernamen und Passwort auslesen. Die Behebung erfolgt mit Client-Version 2026.4. Planen Sie deshalb neben dem Firebox-Update auch die Aktualisierung der betroffenen Windows-Clients ein.
Hilfe zur Selbsthilfe
So wie Sie es von BOC gewohnt sind, stellen wir Ihnen sehr gerne qualifiziertes Material als „Hilfe zur Selbsthilfe“ zur Verfügung. In unserem technischen Blog finden Sie ein HOWTO-Artikel, wie Sie ein WatchGuard Firebox Firmware-Upgrade durchführen können:
- Firmware-Upgrade über die WatchGuard Cloud
- Firmware-Upgrade über die Web-UI
- Firmware-Upgrade über den WatchGuard System Manager (WSM)
Support durch WatchGuard oder BOC
Sofern Ihre WatchGuard Firebox Appliance über eine aktive Lizenz verfügt (was sie unbedingt sollte…!), können Sie bei Support-Fragen über Ihren WatchGuard Account einen kostenfreien Support Case direkt beim WatchGuard Support öffnen.
Wir als WatchGuard Platinum Partner in Deutschland bieten Ihnen ebenfalls Unterstützung an. Auf unserer BOC Support Info-Seite erklären wir Ihnen unsere Support-Philosophie. Wenn Ihnen unsere Philosophie gefällt, können Sie gerne über unser Ticket-System die aktive Support-Unterstützung durch unsere zertifizierten WatchGuard Certified System Professionals anfordern.
Im Rahmen des >> Support Tickets können wir auf Wunsch gerne Ihre vorhandene Konfig-Datei auch noch etwas genauer unter die Lupe nehmen. Mit wenigen Minuten Mehraufwand (!) lokalisieren wir mögliches Optimierungspotenzial, das dann sinnvollerweise in einem geplanten Folgetermin angegangen werden kann.
Kunden mit bestehendem Managed Security Services Vertrag müssen sich um nichts kümmern – unser Team kontaktiert Sie direkt (wenn wir dies als erforderlich und kritisch bewerten) und übernimmt die notwendigen Schritte für Sie. Genau in solchen Fällen zeigen sich die Vorteile unserer Managed Security Services: proaktive Betreuung, schnelle Reaktion und maximale Sicherheit ohne zusätzlichen Aufwand (>> Jetzt auf Managed Security mit BOC umsteigen!).
Aktuelle Software Releases
Wie üblich werden die neuesten Software Releases über software.watchguard.com zur Verfügung gestellt. Alle relevanten Informationen zu den Fireware-Releases finden Sie in unserem Blog unter >> Fireware v2026.4 / v12.12.4 jetzt verfügbar.
Unterstützte Geräte
- Fireware v2026.4 ist verfügbar für folgende Geräte: Firebox T115-W, T125, T145, T175, T185, M295, M395, M495, M595, M695, M4850, M5850, M6850.
- Fireware v12.12.4 ist verfügbar für folgende Geräte: Firebox NV5, T20, T25, T40, T45, T80, T85, M270, M290, M370, M390, M470, M570, M590, M670, M690, M4600, M4800, M5600, M5800 sowie für die virtuellen FireboxV und Firebox Cloud Modelle.
- Fireware v12.5.22 ist verfügbar für folgende Geräte: Firebox T15, T35.
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