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Das Plan Patenschaftsmodell
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Guinea-Bissau

  Einwohner:   1,2 Mio.
  Lebenserwartung:   45 Jahre
  Kindersterblichkeit:   211 von 1000
  Pro-Kopf-Einkommen:   160 US $ pro Jahr
  Alphabetisierungsrate:   Frauen 21%, Männer 53%
  Landesfläche:   36.130 qkm (D: 357.030 qkm)
  Hauptstadt:   Bissau
  Landessprache:   Portugiesisch, Criolou
  Religion:   lokale Religion (50%),
Islam (40%), Christentum

 

Geografie

Das kleine Land an der Küste Westafrikas ist relativ flach gelegen ? die höchste Erhebung von 300 Metern befindet sich im Landesinneren. Vor seiner Küste liegt das Bijagós-Archipel mit vielen, teils bewohnten Inseln. Im Osten des Festlandes findet man vorwiegend trockene Savanne, an der Küste hingegen tropischen Regenwald und Mangrovensümpfe. Wegen der flachen Topografie wirken sich die Gezeiten stark aus: Bei Flut stehen Teile des Küstenlandes bis hin zu den Flussufern im Landesinneren unter Wasser.

 

Geschichte und Situation heute

Im 15. Jahrhundert ließen sich Portugiesen zum Sklavenhandel nieder und machten das Land Ende des 19. Jahrhunderts zur Kolonie. Erst 1974 wurde Guinea-Bissau nach 14-jährigem Guerillakrieg unter Luís Cabral unabhängig. Erfolglos bemühte sich die Regierung, die schwache Wirtschaft anzukurbeln. 1984 putschte sich Viera an die Macht und wurde 1994 in demokratischen Wahlen bestätigt. Auf Druck ausländischer Geldgeber führte er Wirtschaftsreformen durch und sparte im Sozialetat ein.

1998 weitete sich ein Putschversuch des ehemaligen Stabschefs Mané zum Bürgerkrieg aus: Während ihn Armee und große Teile der Bevölkerung unterstützten, kämpften Truppen aus dem Senegal und Guinea auf Regierungsseite. 400.000 Menschen mussten fliehen. 1999 endete der Krieg, als Viera nach Portugal ins Exil ging. Ende 1999 wurde Yala zum Präsidenten gewählt. Die Infrastruktur der Hauptstadt Bissau wurde weitgehend zerstört.

 

Situation der Kinder:

Bettelnde Kinder, Kinderprostitution, vor allem bei Mädchen, die vom Land in die Stadt kommen, Unter- und Mangelernährung, fehlender Zugang zu Bildung und Gesundheitszentren sowie Gefahren durch HIV/Aids sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen in Guinea-Bissau.

 

Herausforderungen für Plan

Gesundheit:

Im Zuge des Bürgerkriegs hat sich die gesundheitliche Versorgung weiter verschlechtert. Schon zuvor wurde im Gesundheitsbereich aufgrund der Strukturanpassungsprogramme gespart und die Gesundheitsdienste privatisiert, womit sie für viele zu teuer wurden. Zudem sind die medizinischen Einrichtungen ungleich verteilt; unzureichende hygienische Verhältnisse, Mangelernährung und Unwissenheit sind weitere Gründe für die hohe Kindersterblichkeitsrate. Kleinkinder unter fünf Jahren sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Atemwegsinfekten und Masern. HIV/Aids wird immer mehr zu einer Bedrohung. Ende 2001 waren 6,5 Prozent der Guinea-Bissauer HIV-infiziert.

 

Bildung:

Einsparungen im Bildungsbereich sowie die Auswirkungen des Bürgerkriegs lähmen den Bildungsbereich. Ausbleibende Gehaltszahlungen der Lehrer, häufige Streiks, wenige öffentliche Schulen sowie eine sinkende Einschulungsquote von 67 Prozent prägen das Bild. Vor allem die hohe Analphabetenrate bei Mädchen und Frauen und mangelndes Interesse an ihrer Ausbildung sind zu beobachten.

 

Lebensumfeld:

Auf dem Land fehlen Strom- und Wasseranschlüsse sowie Latrinen. Frauen legen täglich bis zu fünf Stunden zur nächsten Wasserquelle zurück. Die Abholzung der Wälder für Brennholz führt vermehrt zu Bodenerosion.

Zirka 80 % der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Durch den Bürgerkrieg wurde der Anbau vielerorts unmöglich. Da viele Männer auswandern, um im Ausland bezahlte Arbeit zu finden, sind hauptsächlich Frauen in der Landwirtschaft tätig.

 

Plan-Programmgebiet Bafata

Plan führt seit 1995 Projekte in Guinea-Bissau durch, von denen mittlerweile rund 12.470 Patenkinder und ihre Familien profitieren.

Das ländliche Programmgebiet Bafata liegt im Osten des Landes. Wichtige Projekte wenden sich der Trinkwasserversorgung und der Gesundheitsvorsorge zu: Viele Menschen schöpfen ihr Wasser aus ungeschützten Brunnen und erkranken daher an Malaria, Durchfall und Darminfektionen. Während der Trockenzeit haben 25 Prozent der Dörfer im betreuten Projektgebiet keine Wasserressourcen; daher müssen Frauen bis zu fünf Kilometer zur nächsten Wasserquelle zurücklegen. Zudem fehlen Latrinen und eine funktionierende Müllentsorgung. Während des Bürgerkriegs blieb Plan im Land, leistete Nothilfe und führte eine Impfkampagne durch.

 

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